In unserem letzten Brief haben wir von unserem Trennungsritual erzählt, welches wir kurz vor dem 1. August (unser Jahrestag) schmerzhaft durchlebt haben. Schmerzhaft deshalb, weil wir dank dieser dreitägigen Trennung (während wir zusammen den Workhop am Uhuru-Festival leiteten) wieder einmal mit einer unserer Urängste konfrontiert wurden: der Angst, verlassen zu werden. Alleine zu sein.
Eine urmenschliche Angst, da der Mensch von Natur aus ein Herdentier ist. Er ist auf Schutz und Geborgenheit von anderen Menschen angewiesen. Er ist alleine in der wilden Natur nicht überlebensfähig. Verlassen oder ausgestossen zu werden war früher ein Todesurteil. Als Höhlenmenschen haben wir alle ganz nah nebeneinander geschlafen um uns zu wärmen. Kleine Kinder wurden stets von jemandem getragen.
Unser Nervensystem auf Nähe angewiesen.
Das ist ein Grund, weshalb so viele Menschen mit ihrem Partner zusammen bleiben, auch wenn die Beziehung längst marode oder gar toxisch ist. Liebe wird häufig mit Sicherheit verwechselt. Für manche mag das auch stimmen so. Eine Partnerschaft darf ja auch ganz funktionell sein.
Doch wir beide möchten unsere Partnerschaft in einer Tiefe erleben, in der wir wahrhaftige Liebe erfahren.
Daher haben wir verabredet, dass wir uns alljährlich für drei Tage trennen. Um zu erfahren wie es ist, wenn wir uns mal nicht gegenseitig regulieren können. Und um uns ganz ehrlich zu fragen ob und weshalb wir noch immer ein volles JA zum anderen haben.
Was mache ich mit meiner Angst, wenn keiner mehr da ist, der mir Sicherheit gibt?
Wirklich frei sind wir erst, wenn wir unsere Urängste ans Licht holen. Wenn wir der Angst in die Augen schauen, sie wirklich spüren, anstatt sie zu verdrängen oder betäuben.
Manchmal brauchen wir dafür Unterstützung, weil lange unterdrückte Ängste sehr bedrohlich sein können. Mit der Zeit können wir einfach mit der Angst sein und die Körperreaktionen neugierig beobachten. So kann sie sich transformieren.
Wir werden klarer, spürbarer, offener, freier...
Was ist Deine grösste Angst?
Lässt Du sie zu oder verdrängst Du sie stets?
Und kennst Du Deine tiefste Sehnsucht?
Verfolgst Du sie?
Gerne unterstützen wir Dich dabei, Deiner auf die Spur zu gehen und sie im Alltag zu verfolgen!
In Verbundenheit, Michèle und Simon
